38. Leitentscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Grundrechtsschutz des Hochschulzulassungs-Grundrechts im Eilverfahren:BVerfG, 1 BvR 356/04 vom 31.03.2004, NVwZ 2004, 1112

Numerus-clausus-Recht (effektives Rechtsschutzgebot, Grundrechtsschutz des Hochschulzulassungsrechts bereits im Eilverfahren) (http://www.bverfg.de/entscheidungen/frames/rk20040331_1bvr035604)
Das Bundesverfassungsgericht hat in dieser von Rechtsanwalt Riechwald erstrittenen fundamentalen Leitentscheidung zum  numerus-clausus-Recht gegen die Universität Lübeck  sowie das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht und das Oberverwaltungsgericht im Hochschulzulassungsrecht und numerus-clausus-Recht nach Beantragung einer einstweiligen Anordnung beim BVerfG bereits direkt in der verfassungsrechtlichen Hauptsache , d.h. im Verfassungsbeschwerdeverfahren äußerst schnell entschieden, daß die Verwaltungsgerichte und Oberverwaltungsgerichte wegen des effektiven Rechtsschutzgebotes aus Art. 19 Abs. 4 GG bereits im Eilverfahren alle Kapazitätsparameter eingehend prüfen müssen und die Studienbewerber nicht auf das verwaltungsgerichtliche Hauptsacheverfahren verweisen dürfen. Die Hochschulen müssen im Eilverfahren alle Kapazitätsberechnungsunterlagen vorlegen, sonst könnten auch “scheinplausible” Berechnungen nicht überprüft werden. Die Darlegungserfordernisse der Antragsteller dürfen nicht überspannt werden.Dieser Beschluss des BVerfG tritt der leider häufig auftretenden Praxis der Universitäten und mancher Verwaltungsgerichte entgegen, schwierige Rechtsfragen hintanzustellen und tatsächliche Fragen sowie genaue Berechnungen erst im Hauptsacheklageverfahren durchführen und klären zu wollen, was dann allerdings Jahre lang dauern wird und somit effektiver Rechtsschutz zu spät kommen würde. Leider  wird diese Rechtsprechung des BVerfG in der Praxis der Verwaltungsgerichte häufig noch immer nicht korrekt umgesetzt!