09. Begründungspflicht der schriftlichen Prüfungsentscheidung, Erhebung fachlicher Einwendungen, Rüge von Bewertungsfehlern

Auch die Begründungspflicht der schriftlichen Prüfungsentscheidung durch den Prüfer besteht wie bei der mündlichen Prüfung auf unverzügliche schriftliche Anforderung durch den Prüfling. Der Prüfling hat das Recht auf Akteneinsicht um seine Arbeit zu überprüfen. Jeder Prüfling hat das Recht, spezifizierte und begründete fachliche Einwendungen gegen die Aufgabenstellung, die Korrektur und die Bewertung zu erheben. Er soll seine fachliche Ansicht schriftlich belegen durch Gutachten, Lehrbuchauszüge u.s.w. und kann z.B. vortragen, daß seine Lösung die allein richtige, oder auch neben der Musterlösung fachlich vertretbar ist oder daß die Prüfer fachlich korrekte Ausführungen übersehen haben.Der Prüfling hat einen fachlichen Beantwortungsspielraum.Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgeríchts und des Bundesverwaltungsgerichts darf eine mit guten fachlichen Gründen begründete Lösung des Prüflings nicht als falsch bewertet werden.Nur bei den sogenannten prüfungsspezifischen Wertungen ( z.B. Aufgabenschwierigkeit und Vergleichbarkeit mit anderen Lösungen) hat der Prüfer einen gerichtlich nur eingeschränkt überprüfbaren prüfungsrechtlichen Beurteilungsspielraum.

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